Suchmaschinenoptimierung – Darauf kommt es an

Wer bei Google glänzen möchte, muss vor allem eines sein: geduldig. Suchmaschinenoptimierung ist nichts für schwache Nerven. Denn der Erfolg stellt sich oft erst nach Monaten ein. Meist ist es nicht getan mit ein paar technischen Anpassungen. Und die wichtigste Botschaft ist vielleicht die: Google bestraft nicht, sondern belohnt.

Nichts wird besser behütet als die Zusammensetzung des Google-Algorithmus. Würde man die Formel kennen, wäre es schön leicht. Jeder Wissende könnte sich zu jedem beliebigen Keyword stets auf Position 1 in der Ergebnisliste beamen. Den Algorithmus zu knacken, davon träumen viele SEO-Agenturen, würde es ihnen doch zumindest zeitweise verlässliche Erfolge verschaffen.

„Ich bring dich hoch bei Google!“

Doch so weit lässt es der Suchmaschinen-Gigant Google natürlich nicht kommen. Regelmäßig wird die Formel überarbeitet, mal mehr, mal weniger stark. Auf dieser Art und Weise werden SEO-Agenturen, die mit ihren Erfahrungen und Interpretationen dem Algorithmus über die Zeit immer näher rücken wollen, auf Distanz gehalten. „Ich bring dich hoch bei Google“, ist eben oft mehr Wunschvorstellung und selten eine verlässliche Größe. Sie spielt mit der Hoffnung vieler Immobilienunternehmer, dass sich darüber massig Aufträge gewinnen lassen.

Google Update im Mai 2021

Nach der Ankündigung des für Mai 2021 angesetzten großen Google Updates mehrten sich die Anfragen, ob oder wie man die Webseite darauf vorbereiten könne. Insbesondere der Faktor „Pagespeed“ wurde als neue Bedrohung wahrgenommen. Der ist wichtig, keine Frage, denn Google verfolgte mit dem Update ein schon vor langer Zeit angekündigtes Ziel: Mobile Endgeräte zu bevorzugen. Schon im Mai 2021 lag der Nutzungsanteil von Smartphones und Tablets im Durchschnitt bei rund 50 Prozent. In den kommenden Jahren wird der Anteil sicher noch weiter steigen.

Deswegen priorisiert die weltweit größte Suchmaschine Nutzer von mobilen Endgeräten. Inhalte auf Smartphones sind eine große Herausforderung für die Benutzerfreundlichkeit und die Performanz. Regelmäßig setzt beim Aufrufen von Webseiten auf Handys Frust ein. Die Ursachen sind einerseits mäßig darauf optimierte Webseiten und andererseits die Netzkapazitäten. Nun hat sich ausgerechnet Deutschland mit vielerorts schneckenlangsamen mobilen Netzen in den letzten Jahren nicht unbedingt hervorgetan, so dass es immer noch viele Regionen gibt, wo die Netzgeschwindigkeit nicht viel höher als Edge liegt. Das weiß auch Google und zieht daher die Daumenschrauben bei den Webseiten deutlich mehr als bisher an.

Strafe für langsame Webseiten?

Hohe Ladezeiten und mäßig performante Webseiten sollen künftig beim Index nicht mehr so stark wie bisher berücksichtigt werden, oder anders ausgedrückt: Seiten, die sehr schnell sind, werden in der Ergebnisliste bevorzugt dargestellt. Aus diesem Grund misst derzeit alle Welt beim von Google empfohlenen Anbieter „PageSpeed Insights“. Dort können sich die Webseiten-Betreiber einen kostenlosen Report mit Schwächen und Defiziten erstellen lassen. Das Problem allerdings: Die Plattform ist kein verlässliches Tool, um die Performanz einer Webseite zu bewerten. IT-Entwickler und Webdesigner stöhnen regelmäßig, wenn ihre Kunden mit dem Report aus „PageSpeed Insights“ in der Hand winken. Denn das Tool selbst ist auch nicht gerade ein Windhund und spuckt je nach Zeitpunkt der Messung immer unterschiedliche Ergebnisse aus. Wer in der Nacht misst, wo auf der Plattform vergleichsweise wenig Traffic herrscht, wird besser abschneiden als bei Messungen, die während des Tags vorgenommen werden. Aber so ist das oft mit den Anwendungen von Google. Wer beispielsweise mit Google Ads arbeitet, weiß, dass Google selbst seinen eigenen Ansprüchen hinterherhinkt und es mehr eine Attitüde des uneingeschränkten Markführers ist, immer wieder die Messlatten hochzulegen.

Der grüne Bereich ist kaum zu erreichen

Natürlich kann man auch aus „PageSpeed Insights“ Erkenntnisse ableiten, so lassen sich zum Beispiel zu große Bilder aufspüren und Server-Antwortseiten bewerten. Die Speed-Einschätzung selbst wird unterteilt in den mobilen Wert und den Wert für den stationären Rechner. Geht es nach Google, ist nur noch der mobile Wert entscheidend. Nach einem ungleichmäßig verteilten Ampelprinzip liegen alle Messwerte unter 50 Prozent generell im roten Bereich, danach folgt der gelbe bis 89 Prozent. Grün gibt es also nur für die letzten 10 Prozent und das schafft nicht einmal der Wettbewerber Bing, obwohl auch auf der Bing-Startseite ähnlich wie bei Google nicht viel mehr als ein Suchschlitz und ein Hintergrundbild zu sehen sind. Auch Amazon liegt gerade einmal im gelben Bereich mit knapp unter 60.

Fragt man bei Entwicklern, Hostern und Rechenzentren nach, winken die nur ab: die Aussagekraft von „PageSpeed Insights“ ist begrenzt! Tests mit einem WordPress-System und einer leeren Seite haben heftige Abweichungen ergeben, teils lag der Unterschied, obwohl an der Seite ohne Inhalt nichts gemacht worden ist, bei bis zu 30 Prozent. Oft ist der Server der Webseite gar nicht erreichbar. Insbesondere dann, wenn man die Webseite Google testen möchte. Wie viel Aussagekraft haben also solche Tools? Meist sorgen sie mehr für Verwirrung als für Klarheit. Agenturen nutzen solche Schnelltests aber gerne als Marketingmaßnahme, um dem avisierten Kunden anzuzeigen, dass seine Webseite eine Katastrophe ist und er deswegen keine Aufträge bekommt. Das ist natürlich Quatsch. Die digitalen Drückerkolonnen fokussieren der Einfachheit halber gerne auf Symptombekämpfung und lenken damit davon ab, sich mit den wahren Ursachen der Erfolglosigkeit beschäftigen zu müssen.

Ursachen- statt Symptombekämpfung

Es gilt, wie so oft, genauer hinzusehen und sich auf die Aspekte zu konzentrieren, die wirklich optimierungswürdig sind. Zu große Bilder beispielsweise. Regelmäßig spüren wir verwendete JPGs auf, die größer als 1 MB sind und damit die Seite regelrecht lahmlegen. Grundsätzlich lässt sich sagen: Webseiten, die viel Content mit sich tragen, erreichen selten Werte, die im oben definierten gelben Bereich liegen und schneiden schlechter ab als Visitenkarten, die vielleicht noch in HTML der ersten Generation geschrieben worden und wenig oder gar nicht dynamisch sind. Aber bedeutet das jetzt, dass diese Webseiten abgestraft werden? Ganz sicher nicht.

Google beurteilt beim Sortieren der Rankings eben nicht nur technische Aspekte und die Pagespeed, sondern in viel größerem Maße die inhaltliche Qualität der gefundenen Webseiten. Vereinfacht möchte der Suchmaschinen-Gigant doch nur eines: die für den Suchenden relevanten Inhalte in eine logische Reihenfolge bringen, angefangen bei dem Content, der auf einen Suchbegriff eine vollumfängliche befriedigende Antwort geben kann, die beste Verweildauer erzeugt, viele Zugriffe auf sich vereint und eine klare nachvollziehbare Struktur aufweist. Was oft vergessen wird: Rankings werden nicht global vergeben, sondern auf Suchbegriffe bezogen. Und genau in dieser Hinsicht gilt es, Obacht zu geben.

Typischerweise messen Laien immer nur die Hauptdomain ihres Online-Auftritts und nicht die Unterseiten. Sie gehen davon aus, dass jedermann immer genau auf der Startseite ankommt oder anzukommen hat, nachdem typische Keywords bei Google eingegeben werden. Genau dieser Bereich der Webseite ist aber kein typischer Ort für eine Suchmaschinenoptimierung. Denn inhaltlich ist dieser Seitenbereich viel zu unspezifisch für Google, um Suchenden ein optimales Ergebnis zu liefern. Würde man die Startseite optimieren wollen, müsste die Textmenge zu den gewünschten Keywords enorm erhöht werden, was das Nutzererlebnis erheblich einschränken würde.

Bei einer Webseite geht es eben nicht nur um Passivmarketing und das „Gefunden-werden“.  Startseiten sind typischerweise der optimale Seitenbereich für das Aktivmarketing, bei denen nicht unbedingt eine Suche vorausgegangen ist. Meist waren die Besucher mit dem Anbieter schon vorher in Kontakt oder kommen auf Empfehlung. Warum sie die Seite besuchen, kann dabei sehr unterschiedlich sein. Immobilienmakler sprechen nun einmal mindestens zwei Zielgruppen an: Nachfrager und Anbieter. Die Bedürfnisse sind komplementär und erfordern jeweils die passende, zielgruppengerechte Kommunikation. Die Startseite ist in diesem Verständnis also viel mehr ein Wegweiser als ein Ort für SEO-Texte, die den Bereich überfrachten würden. Kann sich der Webseitenbesucher schwer orientieren, leidet die Benutzerfreundlichkeit.

Es verwundert kaum, dass die Top-Keywords der meisten Immobilien-Webseiten Firmenname oder Name des Inhabers selbst sind. Suchmaschinen liefern automatisierte Korrekturvorschläge, wenn man bei der Eingabe die richtige Schreibweise des Unternehmens nicht mehr parat hat oder auf mobilen Endgeräten nicht die richtigen Buchstaben erwischt. Google Maps ersetzt zudem immer öfter die integrierten Navigationsgeräte in Autos, die Spracheingabe funktioniert flüssiger und Staus auf dem Weg werden beinahe in Echtzeit angezeigt. Die eingegebenen Namen erzeugen Suchvolumen, oft bleiben sie jedoch die einzigen Position-1-Platzierungen, die bei Maklern, Verwaltern oder Sachverständigen messbar sind.

Lediglich die Startseite auf Pagespeed zu testen, ergibt ein völlig unvollständiges Bild. Denn warum machen Sie das noch einmal? Richtig, Sie wollen bei Google glänzen, um höhere Sichtbarkeit zu erzeugen und mehr Aufträge zu bekommen. Unterschätzen Sie bei diesem Vorhaben nicht, dass Ihre Webseite sehr viel mehr und besser geeignete Seitenbereiche bietet als lediglich die Startseite. Suchmaschinenoptimierung ist Champions League. Sie bewegen sich in der Königsklasse des Online-Marketings immer im maximalen Wettbewerb. Gefährliches Halbwissen kann teuer werden, ohne echten Nutzen zu bringen. Oder sie werden von der Konkurrenz abgewatscht und mit 8:0 vom Platz gefegt.

Fazit

Was wird sich mit dem Update von Google also verändern? Für die meisten von Ihnen ganz sicher nichts. Mit Platzierungen jenseits der ersten Seite in der Suchmaschine sind Sie bereits jetzt SEO-tot. Und Sie werden nicht lebendiger, wenn Sie nach dem Update erst auf der dritten Seite erscheinen statt auf der zweiten. Prüfen Sie, welche Keywords sich unter den ersten drei Plätzen befinden, ob sie relevant sind und wie hoch das Suchvolumen ist. „Immobilienmakler + Ort“ ist dabei nicht alles, zumal wir feststellen, dass dieses Keyword auch immer öfter von verzweifelten Nachfragern eingegeben wird, die sich auf den Maklerseiten Immobilienangebote erhoffen, die nicht in den Portalen zu finden sind. Falls Sie eine Webseite besitzen, die noch nicht auf mobile Nutzung optimiert ist, gibt es Handlungsbedarf, wenn Sie bei der digitalen Sichtbarkeit im Spiel bleiben möchten. Machen Sie sich nicht übermäßig viele Sorgen, wenn Sie bei Schnelltests nicht optimal abschneiden. Prüfen Sie, ob Sie zu große Bilder verwenden und verkleinern Sie diese gegebenenfalls. Wenn Sie mehr für Ihre Sichtbarkeit bei Google tun wollen, beginnen Sie mit einer Keyword-Analyse und einer für Ihre Ziele passenden SEO-Strategie. Und:

 

Nehmen Sie sich für die Optimierung mindestens sechs Monate Zeit. Suchmaschinenoptimierung war noch nie Sprint, sondern schon immer ein Marathon.

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